Ab Frühjahr/Sommer plane ich, an einem Projekt mitzuwirken, bei dem eine mittelalterliche Klosterstadt ohne Maschinen entsteht – gebaut wird ausschließlich mit Werkzeugen aus dieser Zeit. Die Idee erinnert mich besonders an den Kathedralenbau mit Prior Philipp und Jack in Ken Folletts „Die Säulen der Erde“. Wie in dem Roman fasziniert mich, wie Menschen mit Herz, Verstand und Muskeln zusammenarbeiten, um etwas Großes zu erschaffen, das Generationen überdauert – und genau das möchte ich am Campus Galli selbst erleben. Das Projekt Campus Galli in Baden-Württemberg, bei Meßkirch, gibt es seit 2013. Dort wird Schritt für Schritt eine mittelalterliche Klosterstadt errichtet – Wohn- und Wirtschaftsgebäude, Werkstätten, Kirche – alles nach historischen Plänen und nur mit Werkzeugen der damaligen Zeit. Der Campus liegt etwa 60 km vom Bodensee entfernt. Es ist ein Ort, an dem man den Alltag hinter sich lässt, praktisch arbeitet und gleichzeitig Teil von etwas Historischem wird. Ich selbst bin sportlich, neugierig und reflektiert. Bewegung ist ein großer Teil meines Lebens – ich laufe dieses Jahr noch vier Marathons. Morgens möchte ich vor der Arbeit Yoga, Stretching oder eine Laufrunde machen. Die Arbeit am Projekt ist körperlich, handwerklich herausfordernd und gleichzeitig entschleunigend. Übernachtet wird schlicht, im Tipi oder auf dem Campingplatz. Kein Luxus, dafür Natur, Feuer und echtes Tun. Genau wie im Roman spürt man hier, dass alles, was man baut, Bedeutung hat – man wird Zeuge von Handwerk, Geduld und Geschichte, die greifbar wird.